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Referenzen

Joseph Roth: Hiob zweiter Teil

Inhalt mit Anmerkungen zur Analyse

Textverweise beziehen sich auf:  Roth, Joseph: Hiob. Roman eines einfachen Mannes. Kommentierte Ausgabe mit Kommentar von Heribert Kuhn. Suhrkamp Verlag. Erste Auflage. Berlin 2011.


Kapitel 10:

Mendel Singer akklimatisiert sich innerhalb weniger Monate in der neuen Heimat. Sam hat mittlerweile einen Sohn namens Mac Lincoln. Er ist geschäftlich erfolgreich. Mirjam liiert sich mit Mac. Deborah leidet unter ihrer Unzufriedenheit. Auch Mendel träumt insgeheim von der vereinigten Familie in New York. Geldsegen – Sam macht Gewinn durch ein besonderes Geschäft. In einem Brief wird der Familien vom Fortschritt in den Bereichen Sprache und Bewegung Menuchims berichtet. Auslöser ist ein Brand im Haus, welches ihn dazu treibt aus dem Haus zu rennen und „Es brennt!“ zu schreien. Desweiteren beinhaltet die Sendung einen Brief von Jonas, in dem er bekundet, dass es ihm gut gehe. 

Kapitel 11:

Mendel wird sorgloser. Er ist gealtert. Er wird 59 Jahre alt. Er sehnt sich nach dem Wiedersehen mit Menuchim. Deborah und Mendel leben ärmlich. Es wird beschlossen, dass Menuchim nach Amerika kommen soll Kriegsausbruch in Europa verhindert die Pläne. Mendel bekommt Schuldgefühle.

Kapitel 12:

Jonas gilt als verschollen. Sam und Mac haben sich für den Kriegsdienst gemeldet. Mac kehrt heim und berichtet von Sams Tod im Krieg. Im Zug der Trauer und des unbewältigten Schmerzes verscheidet Deborah. Ein Arzt kann nur noch den Tod feststellen.

Kapitel 13:

Mendel trauert sieben Tage ohne sich zu rühren. Er bereut die freudlos gelebten Tage der Beziehung mit seiner Frau. Mirjam verliert den Verstand und wird in eine Anstalt gebracht. Wieder zuhause hadert Mendel lautstark mit Gott. Er versucht seine Wohnstätte zu verbrennen (symbolischer Schritt). Dies wird verhindert. Mendel kehrt sich von seiner Religiosität ab: „Gott will ich verbrennen“ (S. 136). Von Freunden wird er an die Geschichte Hiobs in der Bibel erinnert. Gemeinsam versuchen sie Mendel zu trösten, was nicht gelingt.

Kapitel 14:

Mendel hat ein areligiöses Leben begründet. Er toleriert die religiösen Handlungen seiner jüdischen Freunde, nimmt aber selbst innerlich nicht teil. Er erfährt, dass der Zar abgesetzt ist. Kriegsende. Mendel entdeckt eine Schallplatte und legt sie auf. Sie gefällt. Es stellt sich heraus, dass der Titel „Menuchims Lied“ heißt.

Kapitel 15:

Frühling. Eines Tages entwendet er ein Hackmesser der Frau. Er schleicht sich in die alte Wohnung zurück und findet Deborahs Ersparnisse, die sie in den Dielen zu verstecken pflegte. Er wünscht sich die Rückreise nach Zuchnow. Es wird ihm von Kapellmeister und Komponisten Alexej Kossak berichtet, der auf Konzertreise in New York gastiert, sich als Verwandter Deborahs entpuppt und mit Mendel sprechen möchte. Es ist der Osterabend (Analogie und christliche Metapher für Wiederkehr). Während der Passahfeier erscheint Kossak, um mit Mendel zu sprechen. Er berichtet, dass der Sohn Jonas vermutlich noch lebt, er habe Mendels Haus in Zuchnow gekauft und überreicht ihm die Geldsumme von 300 Dollar (Gegensätzlich zum Judaslohn für Verrat, Andeutung  für Versöhnung). Auf die Frage nach dem Verbleiben Menuchims antwortet Kossak „Menuchim lebt!“ (S. 169). Dann offenbart sich Kossak als Menuchim. Einem Arzt war es gelungen ich zu heilen, dieser entdeckte auch seine große musikalische Begabung und förderte ihn. Die Prophezeiung des Rabbi hat sich erfüllt. Vater und Sohn sind wieder vereint. Mendel versöhnt sich mit seinem Schicksal.

Kapitel 16:

Mendel begleitet Menuchim in sein Heim. Sie tauschen sich über seine blassen Erinnerungen an seine Kindheit aus. Menuchim verspricht sich um Mirjam zu kümmern, er glaubt daran, dass Ärzte in Europa Mirjam heilen können. Er möchte den Vater nach Europa mitnehmen. Mendel spürt das Glück, das ihm widerfahren ist. Er ist dankbar und schläft selig auf Menuchims Sofa (Symbol für die Erleichterung verschaffende Versöhnung) ein. [Anmerkung: Das Einschlafen kann auch als Andeutung des Sterbens verstanden werden.]


Quellen:

Roth, Joseph: Hiob. Roman eines einfachen Mannes. Kommentierte Ausgabe mit Kommentar von Heribert Kuhn. Suhrkamp Verlag. Erste Auflage. Berlin 2011.

Blanke, Hans-Jürgen: Joseph Roth. Hiob. Interpretation. Oldenbourg Interpretationen Bd. 58. Erste Auflage. München 1993.

©Nicolaja Kautzmann 2015